Rindenmulch im Garten gegen Unkraut & als Dekor

Beim Mulchen scheiden sich die Geister. Die einen Hobbygärtner sind geradezu begeistert vom Rindenmulch und profitieren vor allem durch weniger Arbeit beim Unkrautjäten. Andere Gartenbesitzer ziehen dagegen alternative Mulchmaterialien vor. Welche Vorteile besitzt Rindenmulch im Garten tatsächlich und auf was muss man achten?

Rindenmulch im Garten gegen Unkraut

Bevor Rindenmulch ausgebracht wird, sollte der Untergrund komplett von allem Unkraut befreit sein, auch von den Wurzeln. Wasserdurchlässige Vliese oder dicklagiges Zeitungspapier unter der Mulchschicht unterstützen die Abschirmung vor neuem Unkraut zusätzlich.

Die Mulchschicht muss zudem 5 bis 7 cm dick sein, damit sie Wirkung zeigt. Handelt es sich um flachwurzelnde Stauden, die mit Rindenmulch umsäumt werden, stellt die Zugabe von Hornspänen die Nährstoffversorgung dieser Pflanzen sicher.

Rindenmulch im Garten als Dekor

Bestens geeignet für das Mulchen mit Rindenstücken sind tiefwurzelnde Sträucher. Das dadurch entstehende saure Bodenmilieu bekommt Rhododendren, Azaleen und Hortensien außerordentlich gut. Rosen und niedrigere Stauden bevorzugen von Zeit zu Zeit eine Auflockerung des Erdreichs. Deshalb sollte Rindenmulch dort eher nicht gar zu dick aufgetragen werden.

Nach Hackarbeiten erfolgt dann jeweils wieder eine Ergänzung. Eine mindestens 10 cm dicke Schicht aus Rindenmulch stellt eine preisgünstige Gehwegbefestigung dar. So können Wege ohne großen Aufwand jederzeit einen neuen Verlauf erhalten. Rindenmulch eignet sich zudem als Bodenbedeckung unterhalb von Schaukeln und Rutschen. Die Schicht wirkt fallbremsend, was Sturzverletzungen mindert, und ist bei Katzen als Toilette eher unbeliebt.

Wo auf Rindenmulch verzichtet werden sollte
  • Für Kalk liebende Gewächse ist Rindenmulch völlig ungeeignet. Zu ihnen zählen Adonisröschen, Clematis, Odermennig, Buchs, Alpenveilchen, Bartnelken, Tränendes Herz, Fingerhut, Schneeheide, Goldlack, Wolfsmilchgewächse, Schneeglöckchen, Enzian, Christrose, Iris, Goldregen, Lavendel, Prachtscharten, Gartenprimeln, Lungenkraut, Seifenkraut, Steinbrech und Rittersporn.
  • Auf Gemüse- und Kräuterbeeten hat Rindenmulch ebenfalls einen negativen Einfluss. Zum einen behindert er das notwendige Hacken zwischen den Gemüsereihen zur Bodenbelüftung und zum anderen verlangen Gemüsebeete für einen ordentlichen Ertrag Bodenverbesserung in Form von Kompost oder anderem Dünger. Es ist sogar so, dass Rindenmulch zu Beginn seines sehr lange andauernden Verrottungsprozesses Stickstoff aus dem Boden bindet, das den Gemüsepflanzen fehlt.
Fazit

Die Möglichkeit, Rindenmulch im Garten gegen Unkraut einzusetzen, bedeutet tatsächlich erheblich weniger Aufwand, weil lästiges Unkraut nicht durchkommt. Allerdings muss die Schicht dick genug sein und sollte bei Bedarf nach etwa 2-3 Jahren komplett erneuert werden. Blumen, die sauren Boden nicht vertragen, sind zum Mulchen mit Rindenmaterial nicht geeignet, ebenso wenig alle Gemüsesorten, die eine optimale Nährstoffversorgung brauchen.