Obstbäume verschneiden – 10 Empfehlungen zum Obstbaumschnitt

Der Ertrag eines Obstbaumes hängt zum großen Teil vom korrekten Schnitt ab. Prinzipiell kann man zwischen einem Erziehungsschnitt in den ersten Jahren und einem Verjüngungsschnitt bei älteren Obstbäumen unterscheiden.

Obstbäume verschneiden - Vorteile

Vom optischem Gesichtspunkt her betrachtet, wird mit dem Obstbaumschnitt eine runde Baumkrone erreicht. Das Schneiden bringt aber auch praktischen Nutzen:

  • Der Wassertransport innerhalb eines Baumes erfolgt über die Wurzeln bis hin zu jedem Blatt. Für Zweige, die kein oder nur wenig Obst tragen, wird wertvolle Energie verschwendet, deshalb ist es ökonomischer, diese zu entfernen.
  • Nach dem Auslichten erhält das heranreifende Obst vermehrt direkte Sonnenbestrahlung, was sich auf die Qualität auswirkt.
  • Eine bessere Belüftung des Stammes und der Äste verhindert Schimmel sowie andere Krankheiten.
Empfehlungen zum Obstbaumschnitt
  1. Der Obstbaumschnitt findet jeweils zum Ende des Winters statt, wenn der Baum noch nicht austreibt. Ein frostfreier Tag im Februar wäre ideal.
  2. Scharfe Sägen und Scheren hinterlassen einen sauberen Schnitt und verletzen den Baum nicht mehr als nötig. Große Schnittwunden verheilen mit einem Anstrich aus Wachs oder Wundverschlussmitteln wesentlich besser.
  3. Beim ersten Erziehungsschnitt sollten der Mitteltrieb sowie 3 bis 4 weitere Äste mit einem Neigungswinkel von 45 bis etwa 60 Grad stehen bleiben. Die anderen Äste sind direkt am Stamm zu schneiden, ohne Stümpfe zu hinterlassen.
  4. Anlässlich weiterer Erziehungsschnitte werden Konkurrenz- und Steiltriebe komplett entfernt und der Mitteltrieb und die Leitäste um etwa ein Drittel gekürzt. Der Schnitt erfolgt jeweils oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe, so dass der Baum schön buschig wächst.

  5. Ältere Bäume werden auf jeden Fall von allen dürren Ästen und Zweigen befreit.
  6. Wurden keine Erziehungsschnitte ausgeführt, macht es Sinn, zum Auslichten komplette Äste und allzu dicht stehende Nebentriebe auf den Leitästen abzusägen.
  7. Auch die Haupttriebe sollten passend zueinander eingekürzt werden. Als Faustregel gilt: Ein Drittel des letztjährigen Austriebs kann der Säge zum Opfer fallen.
  8. Sich überkreuzende Äste scheuern im Wind aneinander. Daraus entstehen Verletzungen, die besonders anfällig sind für Pilze und Krankheiten. Deshalb muss einer der beiden Äste weichen.
  9. Bei Zweigen, die aus den Ästen nach oben oder nach innen wachsen, handelt es sich um Wassertriebe, die sowieso keine Früchte tragen. Deshalb können sie allesamt weg.
  10. Vorhandene Rindenkrankheiten werden bis mindestens 30 cm ins gesunde Holz entfernt.

Obstbäume verschneiden macht sich bei der Ernte positiv bemerkbar. Die genannten Empfehlungen vermitteln alle dazu nötigen Kenntnisse.